Pi 4 von SSD starten (ohne SD-Card)

Änderungsstand: 2020-10-10

Endlich ist es soweit. Man kann nun den Pi4 auch ohne SD-Card, direkt von einer SSD starten. Ganz ohne SD-Card komme ich Anfangs natürlich nicht aus. Man muss die Erstkonfiguration tätigen.

Zuerst ein Raspian-Lite auf einer SD-Card bringen. Hier steht beschrieben, wie das geht. Dort aber nur bis zum Abschnitt „Das Raspian-Lite wäre nun installiert.“ Mehr wird vorerst nicht benötigt.

Ich schreibe jetzt auch das Image auf die später verwendete SSD. Aber nur das Image schreiben. Diese SSD funktioniert noch nicht am Raspi!

Nachtrag: Ich musste tatsächlich die SSD, nachdem das Image geschieben wurde, zuerst an einem Raspi3b+ anschließen und einmalig starten. Ich vermute, dass das „Resizen“ der Dateigröße am Raspi4, nachdem der Guide abgearbeitet wurde, Probleme verursacht.

Hinweis: Ich hatte Probleme mit meiner Tastatur und Maus. Wurden diese mit angesteckt, gab es Boot-Probleme. Ab hier kann aber alles „Headless“ betrieben werden, wenn man die IP-Adresse hat.

Wurde alles soweit beendet, dann die SD-Card in den Raspi rein, starten und im Terminal die Aktualisierung der Firmware starten:

sudo rpi-update
sudo reboot
sudo apt install rpi-eeprom
sudo nano /etc/default/rpi-eeprom-update

Folgende Zeile

FIRMWARE_RELEASE_STATUS="critical"

ändern in

FIRMWARE_RELEASE_STATUS="beta"

SRTG-x, y, Enter

sudo reboot

Jetzt schau ich nach, welche „pieeprom“-Version hinterlegt ist. Dazu verwende ich folgende Befehle:

cd /lib/firmware/raspberrypi/bootloader/beta
ls

Ich verwende nun die Datei, mit dem aktuellstem Datum. So würde der nächste Befehl dann bei mir aussehen.

sudo rpi-eeprom-update -d -f /lib/firmware/raspberrypi/bootloader/beta/pieeprom-2020-07-31.bin
sudo reboot
vcgencmd bootloader_version

Wird jetzt die Version angezeigt, hat es funktioniert.

pi@raspberrypi:~ $ vcgencmd bootloader_version
Jul 31 2020 14:43:39
version f8d1dc69144b10b4bd78b4b6d08658ac3005726d (release)
timestamp 1596203019
pi@raspberrypi:~ $

Jetzt schließe ich die mit dem Image beschriebene SSD an. Da noch keine anderen USB-Laufwerke angeschlossen sind, bekommt diese automatisch sda1 und sda2 zugewiesen. Kontrollieren kann das mit:

lsblk

Jetzt noch einige Befehle, ohne die es nicht funktionieren würde:

sudo mkdir /mnt/systemssd
sudo mount /dev/sda1 /mnt/systemssd
sudo cp /boot/*.elf /mnt/systemssd
sudo cp /boot/*.dat /mnt/systemssd
sudo touch /mnt/systemssd/ssh
sudo shutdown now

Die SD-Card aus dem Raspi entfernen. Raspi wieder einschalten und es wird von der SSD gebootet, ganz ohne SD-Card.

Nun. Einfach ist was anderes. Wenn man bedenkt, dass man die letzten Schritte immer wieder absolvieren muss (z.B. nach dem Tausch der SSD), gefällt mir das nicht. Ich hoffe, dass spätestens mit dem Erscheinen des Raspi5, das behoben wird und wieder ganz normal von USB gebootet werden kann, wie es beim Raspi3b+ (Image auf SSD und loslegen) der Fall ist.

Quelle: https://www.verdrahtet.info/2020/05/22/raspberry-pi-4-von-ssd-booten-ganz-ohne-sd-karte/