x64 – rsync-Systembackup & Restore

Änderungsstand: 2020-02-15

Am Ende des Guides gibt`s noch paar Bilder.

Die zuverlässigste Methode, ein Systemlaufwerk (egal ob Partition oder komlettes Laufwerk) zu sichern, ist die Verwendung von CloneZilla. Aber nicht jeder kann sein System einfach so mal auschalten, weil ein Backup nötig ist. Hier hilft rsync. ABER! Mindestens ein CloneZilla-Backup solltet Ihr für den absoluten Notfall vorrätig haben! Dieses dann aller 2-3 Monate zu erneuern, kann nicht schaden.

Das rsync-Systembackup:

Als erstes in den Erweiterungen von OMV5 das Plugin „openmediavault-backup 5.x“ installieren. Dann einen Freigabeordner Namens Backup-rsync erstellen mit Schreib-/Leserechte auf alle.

Jetzt den Reiter „Sicherung“ in OMV5 wählen, „Gemeinsamer Ordner“ festlegen (Backup-rsync), Methode „rsync“ und Speichern. Dann oben auf „Sicherung“ klicken und das erste rsync-Backup wird erstellt. Das dauert auch am längsten, da Folgebackups inkrementell eingespielt werden. Wenn fertig, oben auf „Scheduled backup“ klicken und einen Cron-Job anlegen, damit das Backup in Zukunft automatisiert abläuft.

Das Restore:

Welche Notfälle gibt es? Grundlegend entscheide ich zwische 2 Situationen.

  • 1.) Worst-Case Szenario: Systemlaufwerk defekt, nichts geht mehr
  • 2.) Durch zuvieles „Probieren, Basteln etc“ hat man sich das System zerschossen oder man bekommt einfach eine Einstellung nicht mehr hin, weil man nicht weiß, was man getan hat. In diesem Fall funktioniert aber normalerweise der Grub (Bootloader) noch.

Im ersten Fall wäre das CloneZilla als direktes Backuptool angebracht. Durch CloneZilla wird eine neue Platte wieder auf den Zustand des Backups der alten Platte hergestellt. Der Rest (die aktuellen Daten) wird ebenfalls mit CloneZilla, allerdings nur durch Verwendung dessen Terminals und rsync wiederhergestellt. Warum verwende ich dafür CloneZilla wo doch dafür eigentlich SystemRescueCD gibt? Nun, im CloneZilla funktionierte auf Anhieb der ssh-Zugang! Und dank der eingebundenen CLI erübrigt sich SystemRescueCD.

Im Fall Zwei könnte man sich mittels einer Live-CD weiterhelfen. Hier nehmen wir allerdings auch das CloneZilla, was von Openmediavault mitgeliefert wird. Dieses starten wir und verwenden dann das ssh-Terminal. Wollt Ihr die Befehle manuell eingeben, könnt Ihr das auch direkt am Server, ohne ssh, tun. Allerdings macht Copy/Paste so vieles einfacher 🙂

Das Terminal von CloneZilla öffnen (ich verwende dafür Putty[ssh]), dann

Login: User

Passwort: live

Jetzt die Fesplatten auflisten lassen:

sudo lsblk

In meinen besonderen Fall ist sda1 die Systemplatte und sda6 die Datenplatte. Unbedingt Eure Werte checken und anpassen, sonst wird das nichts. Jetzt die Mountverzeichnisse erstellen und die benötigten Platten mounten (da wir hier in einer Live-Umgebung arbeiten, muss auch der erste Befehl immer wieder eingegeben werden):

sudo mkdir /media/LW1 && sudo mkdir /media/LW2

Verzeichnisse für die Mountpoints wurden angelegt

sudo mount /dev/sda1 /media/LW1 && sudo mount /dev/sda6 /media/LW2

Die Laufwerke wurden gemounted

Jetzt rsync starten und die gesicherten Daten übertragen:

sudo rsync -aAXv /media/LW2/Backup-rsync/omvbackup/ /media/LW1/

Gesicherte Rsync-Daten: /media/LW2/Backup-rsync/omvbackup/

Systemlaufwerk: /media/LW1/

sudo umount /media/LW1 && sudo umount /media/LW2

Unmounten der Laufwerke

sudo reboot

Neustart

OMV5 kann wieder gestartet werden.

Fertig

Auftretende Probleme:

Ich habe die Testreihe rsync-Backup & rsync-Restore innerhalb 3 Tagen ca. 20 mal durchlaufen. Dabei gab es zu keiner Zeit Probleme.

Aber hier und da war dann doch etwas, aber ich tippe mal, das lag an den alten Rechner, den ich verwendete.

1.) einige Male an einen älteren Barebone-Rechner, musste ich nach dem Restore und anschließendem Restart von OMV5 die IP-Adresse mittels omv-firstaid neu anlegen

2.) ebenfalls am Barebone, funktionierte der Restart des CloneZilla nicht. Da schaltete das System einfach aus

Noch paar Bilder:

Rsync im OMV5 einrichten
CloneZilla starten

Die Shell aktivieren

Shell aktiviert
Mit Putty ssh Zugriff
Name: user | Passwort: live
Konsole gestartet
Verzeichnisse anlegen
Mounten
Rsync-Befehl für das Restore starten
Rsync läuft
Rsync fertig

Hier hat man schon eine sehr gute Backupmöglichkeit, um das System auf einen aktuellen Stand zu halten. Aber natürlich gibt es auch wieder was zu meckern.

Als erstes empfehle ich dringend die Datenbank (wer eine hat) nicht auf dem Systemlaufwerk zu betreiben. Durch ein Beschreiben dieser, währen das Backup erstellt wird, kann es spätestens zum Restore zu Datenverlust kommen.

Weiterhin hat man immer nur eine Version eines Restore zur Verfügung. Und ist dieses komprimittiert, hat man quasi auch die A-Karte. Da hilft aber Rsnapshot weiter. Damit befasse ich mich demnächst. Das wird aber etwas umfangreicher. Es gibt mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen. Einmal könnte man die angelegten rsync-Daten mit Snapshot verarbeiten, zum anderen kann man, wenn man sowieso btrfs verwendet, das auch einfacher haben. Aber hier muss ich mich erst massiv belesen. Immerhin reden wir von einem Systemlaufwerk und nicht von den Datenplatten…